Notensatz heute: Ein Notensetzer bei der Arbeit – Teil 1

Moderne Notengrafik aus alten Handschriften

Notensatz - Notengrafik Partitur XPress

Partitur Xpress – Notensatz aus alten Handschriften

Viele interessante Werke Alter Musik liegen in Bibliotheken, jedoch nicht in Form moderner Notengrafik, sondern nur in mehr oder weniger schwer lesbaren Handschriften. Unter Umständen sind sogar nur einzelne Stimmen vorhanden, da es nicht unüblich war, die Besonder­heiten der Kompositionstechnik dadurch zu verstecken, dass der Komponist keine Partitur zugänglich machte.

Für eine Aufführung dieser Werke ist jedoch neben dem Studium der originalen Handschriften auch modernes und gut eingerichtetes Notenmaterial notwendig.

Ein Dirigent benötigt eine Partitur, die Musiker benötigen gut lesbare Einzelstimmen.

An dieser Stelle ist es sinnvoll, einen Notensetzer zu beauftragen.

Vorbereitung der alten Noten

Als erstes werden aus der Vorlage mittels bildgebender Verfahren, z. B. Scannen, pdf- oder Bilddateien hergestellt. Diese können dann ausgedruckt oder auch per Mail an den Notensetzer versendet werden.

Erste Arbeitsschritte für den Notensetzer

Der erste Arbeitsschritt für den Notengrafiker ist die Eingabe der Noten und aller weiteren musikalischen Zeichen sowie evtl. vorhandener Texte in das Notationsprogramm.

Im Falle von Alter Musik sind dafür fast immer profunde musiktheoretische Kenntnisse erforderlich, um die zeittypischen Besonderheiten der Notation korrekt in modernen Notensatz umzusetzen.

Sollte keine Partitur, sondern nur Einzelstimmen vorhanden sein, trägt der Notensetzer die Noten trotzdem in eine neu angelegte Partitur ein – es muss ja nichts mehr geheim gehalten werden und die Partitur ist die Voraussetzung für die Kontrolle auf evtl. Fehler und für die Erstellung der Stimmenauszüge.

Auch benötigt ein Dirigent die Partitur zur Leitung eines Ensembles.

Neuer Notensatz – Layout

Als nächstes wird dieses Rohmaterial nach Layout-Gesichtspunkten bearbeitet:

Es muss dabei ein Kompromiss zwischen guter Lesbarkeit der Notengrafik und guter Handhabbarkeit des Materials gefunden werden. Wichtig sind vor allem gute und nicht zu zahlreiche Wendestellen – es soll bei Aufführungen durch das Umblättern der Noten keine Unterbrechung entstehen.

Kontrolle

Die entstandene Rohfassung der Partitur wird mit Auge und Ohr kontrolliert.

Die Möglichkeit der akustischen Kontrolle, ohne dafür Studiomusiker beschäftigen zu müssen, ist ein großer Vorteil moderner Computer-Notensatz-Programme.

Der Auftraggeber erhält sodann die Partitur als pdf- oder Bilddatei zur Kontrolle.

Lesen Sie in einigen Tagen im Teil 2:

Die weiteren Arbeitsschritte bis zur kompletten Fertigstellung des Notenmaterials.

Die besonderen Anforderungen an den Notensetzer, vor allem bei der Arbeit an Werken mit Musik und Text

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