Notensatz und Urheberrecht

Achtung, rechtliche Stolperfallen zum Thema Dienstleistung Notensatz, Notation und Transkription! Urheberrechte und Verlagsrechte müssen berücksichtigt werden.

Wer Notensatz von Arrangements oder Transkriptionen beauftragt muss dazu berechtigt sein und darf keine Urheberrechte der Komponisten sowie Vervielfältigungsrechte von Verlagen verletzen.

Einige Kunden hören z.B. auf Youtube Musikstücke, die sie gerne auch mit einem eigenen Ensembles aufführen möchten. Jedoch findet sich kein Notenmaterial, das für ihre Besetzung verwendbar ist. Dazu stellen sie bei einem Notensatzstudio eine Anfrage nach Abhören und Notation dieses Werkes z.B. in einer Fassung für Blasorchester oder Streicherensemble.
Für einen professionellen Musiker und Notensetzer ist das an sich kein Problem.
Jedoch aufgepasst, denn Musikwerke unterliegen dem Urheberrecht! Dieses besteht bis 70 Jahre nach dem Tod des Komponisten.

Einholung einer Bearbeitungsgenehmigung

Das heißt in der Praxis, dass jede Notation oder Bearbeitung nur mit Genehmigung des Urhebers oder der nachgefolgten Rechteinhaber erfolgen darf. Auch das ist normalerweise kein Problem, denn jeder Urheber bekommt Geld dafür, wenn seine Werke genutzt, also aufgeführt werden.
Sofern nicht wichtige Gründe dagegen sprechen, wird eine Bearbeitung normalerweise nicht verweigert. Eine Bearbeitungsgenehmigung zu bekommen ist also eine durchaus zu bewältigende Formalität, die aber rechtlich weitreichende Wirkung hat und nicht versäumt werden darf.
Die Kontakte zu den Urhebern bzw. zu deren Vertretern bei den jeweiligen Musikverlagen findet jedermann auf der Internetseite der GEMA in der Musikrecherche. Ein Brief oder Mail an den Musikverlag mit einer freundlichen Anfrage und Erklärung wie man das jeweilige Werk nutzen möchte genügt meistens.

Außerdem sind Copyrights der Verlage, also die Vervielfältigungsrechte an eventuellen Druckausgaben, die bearbeitet werden sollen, zu beachten.

Als Auftraggeber sollten Sie also zunächst die Einholung der Bearbeitungsrechte veranlassen, bevor der Notensetzer mit seiner Arbeit beginnen kann und sich im Nachhinein vielleicht rechtliche Überraschungen einstellen.

Private und gewerbliche Nutzung

Sofern die erstellten Noten nur für den eigenen, also privaten Gebrauch bestimmt sind, verletzt man in der Regel keine Rechte. Es sei denn, der Urheber hatte explizit etwas anderes verfügt.
Anders aber bei gewerblicher Nutzung. Hier muss die Rechtslage erst genau geprüft und müssen die Urheber kontaktiert werden.

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